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Rechtlicher Rahmen
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Anwendungsszenarien
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In § 334 SGB V wird durch das DVPMG die ab 2023 schrittweise Ablösung der kartengebundenen Anwendung des Notfalldaten-Managements geregelt. Damit verbunden ist, dass sowohl die Datenstrukturen aus NFD als auch DPE in die Online-Anwendung ePKA ab dem 01. Januar 2023 überführt werden. Spätestens ab dem 01. Juli 2023 soll Versicherten der Zugriff auf die Online-Anwendung sowie ein grenzüberschreitender Austausch von Gesundheitsdaten ermöglicht werden.
Um die Überführung des NFDM zu ermöglichen, wird die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemäß § 355 SGB V Abs. 4 beauftragt, "die semantischen und syntaktischen Vorgaben zu den elektronischen Notfalldaten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 und den Hinweisen der Versicherten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 und 3 (...) unter Berücksichtigung der entsprechenden Festlegungen der Gesellschaft für Telematik so fortzuschreiben, dass diese bei einer Bereitstellung in der elektronischen Patientenkurzakte nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 7 mit internationalen Standards interoperabel sind."
Fachliche Entwicklungsgrundlage
Die von der gematik GmbH veröffentlichte Spezifikation Informationsmodell Notfalldaten-Management (NFDM) in der Version 1.6.0 ist die primäre Basis für die technische Entwicklung des MIO PKA. Das Dokument richtet sich vorrangig an potentielle HerstellerInnen von Primärsystemen und beinhaltet Detailinformationen über die im Notfalldaten-Management enthaltenen Datenelementen sowie den zu Grunde liegenden XML-Schemata. Das Informationsmodell wird in zwei detaillierten Informationsmodellen getrennt voreinander dargestellt:
Das Informationsmodell Notfalldatensatz enthält die Informationen zu den notfallrelevanten medizinischen Informationen, u.a. folgende:
- Allergien / Unverträglichkeiten
- Medikation
- Diagnosen (inkl. Prozeduren)
- Besondere Hinweise (Implantate, Schwangerschaft, Kommunikationsstörungen, Weglaufgefährdung, Sonstige Hinweise)
- Angaben zur versicherten Person
- Zusätzliche medizinischen Informationen auf Wunsch der versicherten Person
- Benachrichtigungskontakt im Notfall
- Behandelnde Person, bei der die Einwilligungserklärung für den NFD liegt
Das Informationsmodell Datensatz persönlicher Erklärungen beinhaltet u.a. folgende Informationen:
- Aufbewahrungsort Organ- und Gewebespende
- Aufbewahrungsort und bevollmächtigte Person Vorsorge-Vollmacht
- Aufbewahrungsort Patientenverfügung
Darüber hinaus werden folgende Dokumente zur Analyse des NFDM im MIO-Entwicklungsprozess herangezogen:
- Prozessbeschreibung zum Einsatz des Notfalldaten-Managements in der klinischen
Praxis, Version 1.0 - Arbeitskonzept Notfalldaten-Management (NFDM), Version 1.05
- Lastenheft Notfalldaten-Management (NFDM), Version 1.2.0
Im Kontext der semantischen Spezifizierung der Datenelemente des NFDM sowie der EU-weiten Bereitstellung der Patientenkurzakte werden folgende Dokumente analysiert und ein Abgleich zu diesen im Rahmen der inhaltlichen Darstellung des Informationsmodells LINK! geleistet:
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In Anwendungsszenarien wird das Szenario wird das Eintragen von Daten in einen Patientenbericht durch die/den Primär behandelnde(-n) Ärztin / Arzt beschrieben
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Anwendung und Anwendergruppen
In Anwender und Anwendergruppen wird beschrieben, wie das MIO angewendet werden kann und welche Gruppen von Personen es benutzen wird.
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Hintergrundinformationen
In den Grundlagen sind Informationen zu den rechtlichen Rahmen, die fachliche Entwicklungsgrundlage eines MIOs, die Weiterentwicklungen im MIO-Kontext, das Fazit oder die Querverweise hinterlegt.
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Informationsmodell
Das Informationsmodell stellt die fachlichen Inhalte hierarchisch dar. Es soll dabei besonders dem medizinischen Fachpublikum eine Übersicht über die Inhalte bieten.
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Nutzen des MIO
Im Nutzen des MIOs wird beschrieben, welchen Nutzen das MIO für versicherte Personen und ärztliches und medizinisches Personal hat.
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Weitere bestehende Arbeiten zum MIO
Die Idee, dass entscheidungsrelevante medizinische Informationen für den Fall von unplanmäßig notwendig werdenden medizinischen Behandlungen übersichtlich dargestellt und schnell verfügbar gemacht werden, existiert schon seit Jahrzehnten. In der "Papierwelt" existieren zu diesem Zweck unzählige Formate für "Notfallausweise", die sich entweder konkret auf bestimmte Erkrankungen bzw. Therapien (z.B. Blutverdünnungstherapie, implantierte medizinische Geräte, Nebenniereninsuffizienz oder Epilepsie) beziehen oder eine Art allgemeine Übersicht über den medizinischen Zustand einer Person liefern sollen.
Im Folgenden werden exemplarisch einige Arbeiten und Vorgaben im In- und Ausland beschrieben. Dies stellt keine abschließende Auflistung aller Arbeiten dar.
Arbeiten in Deutschland
Elektronischer Medikationsplan (eMP)
Informationen zur medikamentösen Behandlung können freiwillig als elektronischer Medikationsplan (eMP) auf der Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. Damit sind ÄrztInnen, ZahnärztInnen, PsychotherapeutInnen und ApothekerInnen stets umfassend über die medikamentöse Behandlung informiert. Mögliche Wechselwirkungen der Arzneimittel können berücksichtigt werden. Zu den Daten des eMP gehören:
- Stammdaten PatientIn
- Medikationsrelevante Daten
- Angaben zur Medikation
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Weitere Ansätze für digital speicherbare Notfalldatensätze in Deutschland:
- Notfallpässe innerhalb von elektronischen Gesundheitsakten (eGA)
- Notfallinformationen innerhalb von Smartphone-Betriebssystemen
Arbeiten und Vorgaben im europäischen Ausland
Österreich
In Österreich wird ein Implementierungsleitfaden für ein Patient Summary Dokument erarbeitet, der auf dem technischen Framework Clinical Document Architecture (CDA) basiert. Ziel des österreichischen Patient Summary ist es, den behandelnden Personen bzw. Einrichtungen einen schnellen Überblick über die in der ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) verfügbaren Informationen zu einer Person zu ermöglichen.
Der Leitfaden wird im Auftrag der ELGA GmbH erstellt und soll danach als technischer Standard publiziert werden (Normierung über Ballot-Verfahren durch HL7 Austria).
Mio iconlink Link https://wiki.hl7.at/index.php?title=ILF:Patient_Summary LinkTitle Link zum Projekt Patient Summary (HL7)
Mio iconlink Link https://wiki.hl7.at/index.php?title=AG_Patient_Summary LinkTitle Link zum Implementierungsleitfaden (HL7)
Arbeiten und Vorgaben im nicht europäischen Ausland
HL7-Projekt "International Patient Summary"
Auf Basis der DIN EN 17269 hat HL7 Implementierungsleitfäden für die Standards CDA und FHIR® entwickelt. Darüber hinaus existiert ein Entwurf zum Informationsmodell in ART-DECOR®.
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IHE-Projekt "International Patient Summary"
Auf Basis der HL7 Implementierungsleitfäden wurde ein IHE-Profil entwickelt. Im Detail werden die verschiedenen Anwendungsszenarien im Kontext der IPS beschrieben.
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Internationale Organisation für Normung
Die International Patient Summary soll bis 2021 auf Basis der CEN EN 17269 in die ISO/DIS 27269 überführt werden.
Fazit
Das MIO PKA leistet die semantische und syntaktische Spezifizierung des Notfalldaten-Managements. Die MIO-Entwicklung basiert dazu vorrangig auf der Spezifikation Notfalldaten-Management der gematik GmbH in der Version 1.6.0. Um der Zielsetzung einer EU-weiten und somit grenzüberschreitenden Anwendung der elektronischen Patientenkurzakte zu entsprechen, werden die Datenelemente semantisch ausspezifiziert, das heißt, mit entsprechenden Codes annotiert bzw. durch ValueSets ergänzt und in einer technischen FHIR-Spezifikation repräsentiert.
Für eine technische Weiterentwicklung der Datenelemente werden internationale Projekte und Standards berücksichtigt, insbesondere die IPS DIN EN 17269:2020-04 sowie das eHDSI Patient Summary CDA Document Level Template. Darüber hinaus werden die maßgeblich beteiligten Organisationen intensiv in die MIO-Entwicklung einbezogen. Die Überführbarkeit von NFD und DPE von der eGK in die Online-Anwendung ePKA sowie die EU-weite Bereitstellung der Daten über den NCP sind die primären Ziele der MIO-Entwicklung.
Perspektivisch erscheint eine Fortschreibung des MIO PKA sehr relevant. Insbesondere sollten Erkenntnisse aus dem Kontext der medizinischen Akutversorgung betrachtet und analysiert werden, sofern diese einen Bedarf für die Bereitstellung zusätzlicher Datenelemente aufzeigen. Die Datenstruktur Patientenkurzübersicht (PKÜ) bietet mit ihrem umfangreichen medizinischen Informationen interessante Entwicklungspotenziale.
Stand: 07/2021
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