Versionen im Vergleich

Schlüssel

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Einleitung

Fachliches Konzept

Medikation in der ePA für alle - der digital gestützte Medikationsprozess

Der digital gestützte Medikationsprozess (dgMP

) wird der erste Anwendungsfall in der ePA für alle sein. Ziel ist es, mehr Transparenz über die Medikation der Versicherten zu schaffen und eine möglichst vollständige und zentrale Dokumentation medikationsbezogener Daten zu ermöglichen. Damit soll die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) gestärkt werden.

) besteht aus einer elektronischen Medikationsliste (eML) und einem elektronischen Medikationsplan (eMP), welcher auch AMTS-relevante Zusatzinformationen (AMTS-rZI) beinhaltet. Diese Komponenten werden im Folgenden aus fachlicher und technischer Sicht konzeptionell eingeordnet.


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Beispielhafte

Hierzu legt das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (DigiG) die Grundlagen. Zentraler Bestandteil des dgMP sind die elektronische Medikationsliste und der elektronische Medikationsplan.

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UX-Visualisierung einer nativen

Umsetzung des dgMP in einem fiktiven Praxisverwaltungssystem

→ weitere UX-Visualisierungen finden Sie hier

(zweite Stufe des dgMP)


elektronische Medikationsliste (eML)

:

Der dgMP besteht zum Start der ePA für alle aus der elektronischen Medikationsliste.

Bei der Medikationsliste handelt es sich um

Diese umfasst in der ersten Stufe (ePA 3.0) die Verordnungs- und Dispensierdaten, die automatisch aus dem E-Rezept-Fachdienst in die ePA gestellt werden.

Die Erfassung von OTC-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist ab der ersten Ausbaustufe des dgMP möglich. Sie können vom Apothekenverwaltungssystem in die ePA gestellt werden.

Hier ist keine weitere Ergänzung oder Bearbeitung der Inhalte der Liste möglich.

Ab der zweiten Stufe des dgMP (ePA 3.1) sind für Leistungserbringende folgende Aktionen in der eML möglich:

  • OTC-Präparate und Nahrungsergänzungsmittel können z.B. via Apothekenverwaltungssystem erfasst werden

  • Arzneimittel, die nicht automatisch über den eRezept-Fachdienst gespeichert werden, können hinzugefügt werden (z.B. Privatrezepte)

  • ergänzende Informationen zu den Arzneimitteln (sogenannte Medikationsinformationen wie bspw. Dosierung, Einnahmehinweise, Status der Medikation) können erfasst werden

Die dargestellte Übersicht über die verordneten Medikamente soll standardmäßig die letzten 12 Monate umfassen

und bezüglich der in diesem Zeitraum vorliegenden Verordnungsdaten und Dispensierinformationen vollständig sein. Die

. Dieser Zeitraum kann beliebig angepasst werden. Die Konzeption und Spezifikation erfolgt durch die gematik.


elektronischer Medikationsplan (eMP)

:

Für

Bei Bedarf bzw. für anspruchsberechtigte Versicherte nach § 31a SGB V (und Privatversicherte sofern angeboten und gewünscht) gibt es zusätzlich zur eML einen elektronischen Medikationsplan

,

als durch die Leistungserbringenden kuratierte Zusammenstellung der aktuellen Medikation inkl. zusätzlicher (patientenverständlicher) Informationen beispielsweise zur Dosierung und Anwendung. Die Erstellung und Kuratierung des eMP soll vom Primärsystem möglichst aufwandsarm unterstützt werden. Die Konzeption und Spezifikation erfolgt durch die mio42 GmbH.


AMTS-relevante Zusatzinformationen (AMTS-rZI)

:

Bei den AMTS-relevanten Zusatzinformationen handelt es sich um personenbezogene Informationen, die bei der Anamnese entstehen und für die Entscheidung über die Auswahl, Anpassung oder Absetzung einer Medikation relevant sind. Dies sind beispielsweise Allergien/Unverträglichkeiten, Schwangerschaftsstatus sowie bestimmte Laborwerte. AMTS-rZI sind Teil des eMPs, können aber auch in der ePA erfasst und abgerufen werden, wenn kein eMP vorhanden ist.  Sie können dann separat oder im Rahmen der eML angezeigt werden. Die Konzeption und Spezifikation erfolgt durch die mio42 GmbH.

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Info
titleVorteile zum eMP auf der eGK

Durch die zentrale Speicherung der Medikationsdaten in der ePA, die höhere Strukturierung der Daten und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des dgMP ergeben sich zahlreiche Vorteile im Vergleich zu den bisherigen Lösungen. Näheres hierzu findet sich hier.  



Elektronischer Medikationsplan und AMTS-relevante Zusatzinformationen

Der elektronische Medikationsplan liefert Ärzt:innen und Apotheker:innen und anderen Leistungserbringenden im ambulanten und stationären Setting einen strukturierten Überblick über die Medikation einer versicherten Person und enthält medikationsrelevante Informationen, die bei der Auswahl und Abgabe einer geeigneten Medikation unterstützen können (AMTS-rZI). Zudem gibt der Medikationsplan auch Patient:innen und Pflegenden einen Überblick über die Medikation und enthält weitere Informationen zur Dosierung und Anwendung dieser. 

Bislang wird der elektronische Medikationsplan (eMP) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert und kann durch Einlesen der Karte im Primärsystem der Ärzt:innen und Apotheker:innen eingesehen und bearbeitet werden. Für Patient:innen wird der elektronische Medikationsplan in Form eines bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) ausgedruckt. 

Auch ein zentral in der ePA gespeicherter Medikationsplan soll weiterhin ausgedruckt werden können. Für eventuelle Anpassungen des BMP ist die AG BMP (KBV, BÄK, ABDA) zuständig.

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Technisches Konzept

Medication Service in der ePA

Ab dem Start der ePA für alle wird es eine bedeutende Änderung in der ePA-Architektur geben: neben der bereits bekannten, dokumentenbasierten ePA-Komponente, dem sogenannten Document Service, wird es zukünftig eine datenbasierte FHIR®-Server-Komponente, den Medication Service geben. Der Medication Service wird das neue technische Zuhause für den digital gestützten Medikationsprozess sein. Mit dem Start der ePA 3.0 wird er zunächst für die Speicherung der Verordnungs- und Dispensierdaten und das Erzeugen der elektronischen Medikationsliste (eML) genutzt. In einer weiteren Stufe, ab ePA 3.1 wird der Medication Service die Speicherung des Medikationsplans inklusive der AMTS-relevanten Zusatzinformationen als MIO ermöglichen.

Durch den Aufbau des Medication Service als FHIR®-Server wird das MIO nicht mehr wie bisher in der dokumentenbasierten ePA (IHE XDS-Server) als in sich geschlossenes Dokument gespeichert, sondern es wird in seine werden die einzelnen Bestandteile , die als FHIR®-Instanzen , zerlegtgespeichert. Die eML, der eMP und die AMTS-rZI sind auf technischer Ebene keine klassischen Dokumente (mehr), sondern Sichten, die auf Basis unterschiedlicher FHIR®-Profile generiert werden. Im Rahmen der Spezifikationsarbeiten definieren wir genau, welche FHIR®-Profile bei der Generierung eines eMP genutzt werden sollen. Die eML wird automatisch vom Medication Service zusammengestellt und umfasst prinzipiell alle darin liegenden Einträge. Im Unterschied dazu ist es eine bewusste Entscheidung der Leistungserbringenden, welche Einträge aus dem Medication Service dem eMP zugehörig sind.

Es gibt Dabei gibt es gemeinsame FHIR®-Profile (z.B. Patient:in, Arzneimittel, behandelnde Person, Einrichtung), die in den einzelnen Komponenten des dgMP gleich sind und daher auch gemeinsam genutzt werden können. Die FHIR®-Instanzen werden zentral im Medication Service verwaltet. 



Info
titleUX zum dgMP im Primärsystem

Aus dem fachlichen sowie technischen Konzept ergeben sich Fragen bzgl. einer optimalen UX im anzeigenden bzw. verarbeitenden Primärsystem. Weiterführende Gedanken und Konzepte hierzu finden sich hier.