Sie zeigen eine alte Version dieser Seite an. Zeigen Sie die aktuelle Version an.

Unterschiede anzeigen Seitenhistorie anzeigen

« Vorherige Version anzeigen Version 21 Nächste Version anzeigen »

Aktuell gibt es keine gesetzliche oder andere allgemein verpflichtende Vorgabe bezüglich Form und Inhalt eines Überleitungsbogens. Pflegeverbände, aber auch -Institutionen, haben eigene Formulare entwickelt. Dadurch besteht das Risiko, dass pflege- und versorgungsrelevante Informationen nicht im Formular der überleitenden Institution enthalten sind, da dieses kein Feld dafür enthält. Überleitungsbögen werden zurzeit noch in Papierform oder als Dokument übertragen. Die empfangende Pflegefachkraft muss die Informationen manuell in ihr Verwaltungssystem eintragen. Handschriftlich ausgefüllte Dokumente bergen die Gefahr der Unlesbarkeit. Darüber hinaus können Synonyme zu Missverständnissen führen. Die Vollständigkeit aller notwendigen Informationen zur Vermeidung einer lückenhaften Überleitung ist ggf. nicht sichergestellt oder Informationen eventuell fehlerhaft. 

Die Informationen, die im MIO Überleitungsbogen erfasst und übertragen werden, sind mit allen relevanten Verbänden abgestimmt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle pflege- und versorgungsrelevanten Informationen, die aus Sicht der verschiedenen Beteiligten von Relevanz sind, im Überleitungsbogen enthalten sind. Das MIO stellt ein allgemeingültiges Codierungssystem bereit, so dass Begriffe nicht missverständlich formuliert oder falsch interpretiert werden können. Das MIO kann, wenngleich für die elektronische Patientenakte entwickelt, auch zwischen Verwaltungssystem (z.B. per KIM) übermittelt werden, so dass ein Medienbruch vermieden wird.


Allgemeine Bedeutung:

Die Dokumentation der Pflegeüberleitung erfolgt in einheitlich strukturierter und gut lesbarer Form. Die Übertragung erfolgt ohne Medienbrüche. Die Dokumentation ist umfassend und eindeutig formuliert, sodass Missverständnisse oder Fehlinterpretationen und eventuelle daraus resultierende Fehlbehandlungen vermieden werden.

Bedeutung für die zu pflegende Person:

Subjektive Betrachtung:

Die Überleitung in eine andere Institution bedeutet für die zu pflegende Person oftmals eine erhebliche Stresssituation. Die heute oftmals notwendige erneute und als lästig, mithin als ärgerlich empfundene Abfrage von an anderer Stelle schon gemachten Angaben, die den Stressfaktor noch einmal erhöht, entfällt. Durch die Reduzierung der formalen Fragen kann die Pflegefachkraft schneller auf die individuellen Belange der zu pflegenden Person eingehen. Damit besteht die Möglichkeit, die Stresssituation schneller abzubauen, schneller ein Wohlbefinden herbeizuführen. 

Objektive Betrachtung:

Durch die vollständige, klar strukturierte Bereitstellung der Informationen in eindeutiger Form erhöhen sich die Sicherheit der zu pflegenden Person und die Versorgungsqualität. Die zu pflegende Person erhält schneller genau die Behandlung bzw. Hilfestellungen, die sie benötigt. Und nicht zuletzt zur Sicherstellung der Pflegekontinuität.

Bedeutung für Pflegefachkräfte:

Für die empfangende Institution gilt, dass durch die größtenteils automatisierte Übernahme der Daten in das Verwaltungssystem die bis dato mehrheitlich zeitaufwändige manuelle Eingabe entfällt.  Die meisten pflege- und versorgungsrelevanten Informationen werden in das Verwaltungssystem übernommen und der Pflegefachkraft in der Form dargestellt, mit der sie gewohnt ist zu arbeiten. Rückfragen oder Recherche werden entfallen ganz oder werden zumindest reduziert. Die Pflegefachkraft erhält ein weitgehend vollständiges Bild bei geringerem Aufwand und kann sich besser auf die zu pflegende Person konzentrieren. Idealerweise kann der Überleitungsbogen auch z.B. per KIM im Vorfeld zugestellt werden, sodass die Pflegefachkraft sich schon vor dem Eintreffen der zu pflegenden Person ein weitestgehend vollständiges Bild machen kann.

Aus Sicht der entsendenden Pflegefachkraft entfällt größtenteils - je nach Implementierung im Verwaltungssystem - das manuelle Ausfüllen des Überleitungsbogens. Daten können ggf. weitestgehend aus dem Verwaltungssystem direkt übernommen werden. Zudem vereinfacht das MIO die Eingabe von Informationen durch Wertelisten. Dies erspart die Suche nach entsprechenden Ausdrücken, bzw. Synonymen. 

Bedeutung für Ärzte/Logopäden/Physiotherapeuten/Sozialarbeiter/Case Manager:

Es kann auch in diesen Fachbereichen vorteilhaft oder notwendig sein, Zugriff auf den Patientenüberleitungsbogen zu erhalten, um bei der Zusammenarbeit mit der zu pflegenden Person pflegerelevante Aspekte berücksichtigen zu können. 



  • Stand: Datum einfügen (Monat Jahr)