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Jennifer Jung : bitte um redaktionelle QS "Wo stehen wir"? (ausschließlich dort gab es kleine Anpassungen) und erneute Veröffentlichung 

MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde

Das Medizinische Informationsobjekt (MIO) Überleitungsbogen Chronische Wunde entsteht als sogenanntes assistiertes MIO, welches durch die Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück als Vorschlag zur Umsetzung eingereicht wurde. Es gibt nach Kenntnis der Forschungsgruppe keine gesetzlichen Grundlagen oder einheitlichen Standards explizit zum Überleitungsbogen Chronische Wunde. 

Das Szenario ist der Wechsel von Menschen mit chronischen Wunden zwischen verschiedenen Behandlungs- und Versorgungssettings. Dies schließt auch den Wechsel zwischen Sektoren und behandelnden Berufsgruppen ein, z. B. die Einweisung in ein Krankenhaus aus der stationären Langzeitpflege, die Entlassung aus dem Krankenhaus in die Weiterversorgung durch Haus-/FachärztInnen und den ambulanten Pflegedienst oder die Verlegung von der Akut- in die Reha-Klinik. Das MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde ist somit ein Dokument zur interprofessionellen und intersektoralen Kommunikation.

MIO-Umsetzung

Unter Nutzung des MIO wird sich die Versorgungskontinuität bei der Behandlung chronischer Wunden im Sinne einer lückenlosen, kontinuierlichen und konsequenten Versorgung auch bei einem Wechsel des Settings verbessern. Dies geschieht durch zeitnahe und passgenaue Information der AkteurInnen in den empfangenden Einrichtungen. Zudem hängt der Erfolg der Behandlung chronischer Wunden stark von der Mitwirkung der Betroffenen ab. Ein Wundüberleitungsbogen als MIO der patientengeführten elektronische Patientenakte (ePA) kann hier durch Einbeziehung der PatientInnen deren Mitwirkung fördern. Durch diese Einflüsse soll eine Verkürzung der Wundheilungsdauer (bzw. Eröffnen der Möglichkeit zur Heilung) mit entsprechenden positiven Konsequenzen für Leidensdruck, Personal- und Ressourceneinsatz und Behandlungskosten erfolgen.

Wo stehen wir?

Das MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde basiert auf dem bereits vorhandenen eWundbericht, der von der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e. V. erarbeitet wurde. Seine Struktur und sein Inhalt sind sowohl mit den auf diesem Gebiet führenden medizinischen Fachgesellschaften als auch mit HL7® Deutschland abgestimmt. Dieser eWundbericht wurde unter Mitwirkung eines Fachbeirats, bestehend aus ExpertInnen der Wundversorgung und der Gesundheitsinformatik sowie VertreterInnen der Fach- und Berufsverbände und der Wissenschaft zum MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde weiterentwickelt.

Aktuell wird das Datenmodell final überarbeitet, und es findet die semantische Codierung und HL7 FHIR-Spezifikation statt, wodurch das MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde zu einem auch technisch interoperablen Instrument innerhalb der deutschen Telematikinfrastruktur wird. Es folgen dann, im zweiten Quartal 2023, die öffentliche Kommentierung und die Benehmensherstellung mit den einzubeziehenden Institutionen und Organisationen.



Stand: Februar 2023