| Benutzer | Bearbeitungen | Letzte Aktualisierung |
|---|---|---|
| Dr. Matthias Norden | 4 | 07.04.2026 |
| Ben Knüttgen | 1 | 08.01.2026 |
Status: ENTWURF
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Letzte Veröffentlichung: (offen)
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Du interessierst dich für die medizinischen Inhalte oder möchtest verstehen, wie die PKA in den Versorgungsalltag könnte? Dann könnten der Bereich "Inhalte" und "Prozesse" interessant sein.
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Einleitung - Was ist die PKA?
Die elektronische Patientenkurzakte (PKA) ist eine Übersicht über die wichtigsten Gesundheitsinformationen eine:r Versicherten. Sie ist Teil der ePA und soll einer behandelnden Person (egal aus welcher Berufsgruppe) die Möglichkeit geben auch bei unbekannten Patient:innen schnell behandlungsrelevante Informationen zu finden. Dies ist einerseits im Notfallszenario interessant, wenn der:die Patient:in selbst gerade keine Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben kann und auch sonst keine Informationen verfügbar sind. Andererseits ermöglicht es auch im Szenario der Regelversorgung das schnelle Erlangen eines medizinischen Überblicks und die einfache Übernahme der vorhandenen medizinischen Informationen in die eigene Dokumentation.
Im Gegensatz zum eRezept, Laborbefunden in der ePA oder dem dgMP gibt es für die PKA keine analoge Vorlage. Daher gibt es aktuell in der Versorgung keine etablierten Inhalte und Prozesse, die wir (ggf. mit Anpassungen) übernehmen können. Bei der Erarbeitung der PKA kümmern wir uns deswegen nicht nur um die Auswahl der abzubildenden Inhalte, sondern auch um den Versorgungsprozess, in denen unsere PKA in Zukunft hineinpassen muss.
Die Liste an Informationsbausteinen, die potenziell in einer PKA vorkommen sollen/können ist lang. Zu den wichtigsten zählen z.B. Informationen zur Medikation, Vorerkrankungen und Allergien. Aber auch Implantate (z.B. Herzschrittmacher) oder Prozeduren (z.B. kürzlich zurückliegende Bypass-OP, laufende Chemotherapie) können je nach Kontext sehr relevant sein. Inhaltlich orientieren wir uns an den Arbeiten zum NFD sowie zur European Patient Summary. (Details siehe dort).
Historie
Noch vor Einführung der ePA gab es bereits Bestrebungen mit dem sogenannten Notfalldatensatz (NFD), welcher auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert wird, eine schnell verfügbare Übersicht über notfall-relevante Informationen zu schaffen. Eine Spezifikation wurde 2018 veröffentlicht. Leider wurde und wird der NFD kaum genutzt, obwohl die Sinnhaftigkeit einer solchen Übersicht nicht infrage gestellt wird. Zunächst war vorgesehen, dass die PKA 1.0.0 mit der Speicherung in der ePA den NFD auf der eGK ersetzt. Inhaltlich war sie deshalb am NFD orientiert.
Zwischenzeitlich haben jedoch mehrere Faktoren dazu geführt, dass die PKA erneut weiterentwickelt werden soll.
Nationale gesetzliche Anpassungen haben zu einer Erweiterung des use-cases geführt. Die PKA ist nun nicht mehr ausschließlich auf das Notfall-Szenario ausgerichtet, sondern soll generell einen Überblick über die relevantesten Gesundheitsinformationen eines Versicherten liefern. Darüber hinaus soll sie den Austausch von Gesundheitsdaten im europäischen Raum unterstützen. Auch über die EHDS-Verordnung, die diesen Austausch regelt, kommen weitere Anforderungen hinzu. Unter anderem werden die notwendigen Inhalte definiert. (Details siehe WIP - Rechtliche Rahmenbedingungen)
Außerdem hat sich seit der PKA 1.0.0 die Infrastruktur der ePA verändert. Die PKA soll nun nicht wie zuvor vorgesehen auf dem Dokumenten-basierten Teil liegen, sondern in dem Datenbank-basierten.
Die Erweiterung des use-cases, die Anpassung an europäische Vorgaben und die Änderung der ePA-Infrastruktur erfordern eine inhaltliche Überarbeitung der ersten PKA-Spezifikation. Darüber hinaus möchten wir, wie oben bereits angedeutet, nun auch die Versorgungsprozesse näher beleuchten, um eine möglichst gute Einbindung in bestehende Systeme und Prozesse zu ermöglichen.
Aktueller Stand
Aktuell befinden wir uns in der sogenannten Discovery-Phase. Das bedeutet, dass wir uns die rechtlichen, organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen näher anschauen und ggf. offene Fragen klären. Dabei beleuchten wir auch, in welchem Versorgungskontext wir uns mit der PKA bewegen. Dazu gehört es, dass wir uns Prozesse aus der Versorgung mit Leistungserbringenden anschauen und eruieren, an welcher Stelle es Herausforderungen gibt, die wir mit unserer PKA lösen können und an welchen Stellen wir aber auch besonders gut aufpassen müssen um keine neuen Hürden zu schaffen.
Darüber hinaus begleiten wir die EU-Aktivitäten zur Spezifikation der EPS. Hierzu gibt es zunächst die Arbeiten aus der HL7 EU Gruppe zu kommentieren. Anfang 2027 soll außerdem eine Rechtsverordnung als Konkretisierung der EHDS-Versordnung geben, die wir berücksichtigen müssen (mehr dazu siehe WIP - Rechtliche Rahmenbedingungen).
Weiteres Vorgehen
Aktuell gibt es auf nationaler Ebene noch keine feste Frist, bis wann die PKA umgesetzt sein muss. Im EU-Kontext müssen wir bis März 2029 in der Lage sein, die Patient Summary mit anderen EU-Ländern auszutauschen.
Wir versuchen bereits jetzt die Aktivitäten zur Spezifikation auf europäischer Ebene zu begleiten, um schnell reagieren zu können sobald die endgültigen Vorgaben auf Spezifikationsebene zur Verfügung stehen. Anschließend werden wir noch Anpassungen vornehmen, um sie für unserer nationale Gegebenheiten nutzbar zu machen. Vor Abschluss der Arbeiten wird, wie bisher auch, eine öffentliche Kommentierung stattfinden.
Bestehende Arbeiten und Projekte
Auch wenn es in Deutschland bisher keine analogen oder sonstigen vergleichbaren Dokumente zur PKA gibt, ist die Idee eine Übersicht zu einem Patient:in zu schaffen natürlich nicht neu. Folgende Arbeiten werden bei der Erstellung zur PKA berücksichtigt.
Notfalldatensatz
Laut Gesetz muss die PKA Daten des NFD abzubilden und technisch darauf ausgelegt sein, den NFD daraus zu befüllen. Daher berücksichtigen wir die Inhalte des NFD bei der Änderung der Spezifikation. (Details siehe WIP - Rechtliche Rahmenbedingungen)
European Patient Summary
Die PKA wird voraussichtlich als Datengrundlage für die Befüllung der EPS genutzt werden. Daher orientieren wir uns in Bezug auf inhaltliche, semantische und syntaktische Aspekte an der EU-Spezifikation .
International Patient Summary
Die ISO-Norm 27269 zur International Patient Summary (IPS) werden bereits bei der Entwicklung der EPS berücksichtigt und nehmen somit indirekt Einfluss auf die PKA.
Verlinkung EPA-Fachkonzept sobald vorhanden