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# Lesehilfe zum Informationsmodell

<!-- Ziel: ersetzt den Einleitungsblock "Erläuterungen zum Informationsmodell" auf infomodell.html.
     Begriffe in `Code-Schrift` sind so geschrieben, wie sie in der Detailansicht erscheinen. -->

Das Informationsmodell beschreibt die fachlichen Inhalte, die bei einem Wechsel des
Praxisverwaltungssystems übertragen werden. Es ist die fachliche Grundlage der
FHIR-Profile dieses Leitfadens: Jedes Element benennt eine Information, beschreibt ihre
Bedeutung und verweist auf die Stelle im FHIR-Profil, an der sie umgesetzt ist.

Das Modell wird in ART-DECOR gepflegt. Die Darstellung auf dieser Seite wird aus einem
Export des ART-DECOR-Datensatzes erzeugt; maßgeblich ist das Modell in ART-DECOR.

## Aufbau

Das Modell ist ein Baum. Auf oberster Ebene stehen thematische Abschnitte:

- Personen, Orte und Einrichtungen
- Administrative Patientendaten
- Behandlungskontakte
- Diagnosen, Messwerte und Befunde
- Medikation und Arzneimittel
- Versorgung und Maßnahmen
- Aufträge, Verordnungen, Leistungsanfragen, Leistungsgenehmigungen
- Behandlung im Auftrag / Überweisung
- Geräte, Heilmittel, Hilfsmittel, Materialien
- Laboruntersuchungen und Befunde
- Abrechnungen und Abrechnungsnachweise
- Technik und Datenaustausch
- MIOs/ePA/KBV-Spezifikationen

Daneben gibt es Abschnitte, die noch nach Arbeitspaketen benannt sind (Arbeitspaket 6 bis 9).
Sie enthalten Inhalte, die noch nicht in die thematische Gliederung überführt wurden,
zum Beispiel Termin, Kur, Impfung, die Laborstruktur und Systeminformationen.

> **Offen (vor Veröffentlichung klären):** Sollen die Arbeitspaket-Abschnitte im IG
> erläutert oder bis zur Überführung als „in Bearbeitung“ gekennzeichnet werden?

Unterhalb eines Abschnitts folgen die fachlichen Konzepte (z. B. „Krankenversicherungsverhältnis“)
und darunter ihre Bestandteile. Ein Element ist entweder

- eine **Gruppe**: fasst andere Elemente zusammen und trägt selbst keinen Wert, oder
- ein **Item**: trägt einen Wert mit einem Datentyp.

## Elementnamen und Zusätze

| Zusatz im Namen | Bedeutung |
|---|---|
| `[1..1]`, `[0..*]` … | Kardinalität des Elements (siehe unten) |
| `[0..1 C]` | Die Kardinalität hängt von einer Bedingung ab; die Bedingung steht in der Detailansicht. |
| `(KBV-Basis)` | Das Konzept wurde aus den KBV-Basisprofilen übernommen und wird von mehreren Stellen im Modell wiederverwendet. |
| `(Referenz)` | Das Element ist ein Verweis auf ein an anderer Stelle definiertes Konzept (siehe „Referenzen“). |

## Referenzen

Viele Konzepte werden an mehreren Stellen benötigt, etwa Patient:in, Begegnung oder
behandelnde Person. Sie sind im Modell nur einmal definiert. An den Stellen, an denen sie
gebraucht werden, steht eine **Referenz**:

```
Referenz Patient [1..1]                ← Kontext: hier wird auf eine Patient:in verwiesen
   └─ Patient:in (KBV-Basis) (Referenz) ← Ziel: das einmal definierte Konzept
```

So lesen Sie eine Referenz:

- Die **übergeordnete Gruppe** (hier „Referenz Patient“) gehört zum aktuellen Konzept. Ihre
  Kardinalität sagt, wie oft an dieser Stelle verwiesen werden darf.
- Das **Referenzelement** darunter zeigt, *worauf* verwiesen wird. Sein Name und seine
  Kardinalität stammen vom Zielkonzept, nicht von der Verweisstelle. Ein `[0..*]` am
  Referenzelement bedeutet daher nicht, dass hier beliebig viele Verweise erlaubt sind.
  Maßgeblich ist die Kardinalität der Verweisstelle.
- Stehen mehrere Referenzelemente unter einer Gruppe, sind das **Alternativen**. Zum Beispiel
  verweist „Referenz Leistungsgenehmigungen“ entweder auf eine Leistungsanfrage/-genehmigung
  Psychotherapie oder auf eine für Heilmittel.
- Die Inhalte des Ziels (Name, Geburtsdatum …) werden an der Verweisstelle **nicht** erneut
  beschrieben. Sie stehen beim Zielkonzept.

Im FHIR-Mapping entspricht eine Referenz in der Regel einem `Reference(...)`-Element. Das
Mapping der Referenzstelle nennt das Zielprofil.

## Detailansicht

Ein Klick auf ein Element im Baum öffnet die Details. Nicht jedes Element hat alle Angaben.

| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Name | Bezeichnung des Elements einschließlich Kardinalität |
| Beschreibung | Bedeutung des Elements und womit es befüllt wird. Die Beschreibung ist die fachliche Definition. |
| Rationale | Herkunft oder Begründung des Elements, meist eine Quelle, z. B. „Technische Anlage zu Anlage 4a (BMV-Ä)“, HL7-Basisprofile DE oder ein Valueset |
| Datentyp | FHIR-Datentyp des Wertes (siehe [FHIR-Datentypen](https://hl7.org/fhir/R4/datatypes.html)). Gruppen haben keinen Datentyp. |
| Kardinalität | Kardinalität aus dem Szenario „Basis-Kardinalitäten“, ggf. mit Bedingungen (siehe unten) |
| Operationalisierungshinweis | Hinweis zur Umsetzung in Primärsystemen, z. B. dass ein Wert automatisch befüllt werden sollte |
| Terminologie-Assoziationen / Wertelisten | Zulässige Codes, Codesysteme und Valuesets |
| FHIR Mappings | Stelle im WEST-FHIR-Profil, an der das Element umgesetzt ist. Verlinkt auf das Profil in diesem Leitfaden. |
| Weitere Angaben | Vergleichsmappings zu anderen Spezifikationen und spezifische Eigenschaften, erläutert unter [Mappings im Informationsmodell](mappings.html) |

## Kardinalität

Die Kardinalität gibt an, wie oft ein Element **innerhalb seines übergeordneten Elements**
vorkommen darf: `min..max`, z. B. `0..1` (optional, höchstens einmal), `1..1` (genau einmal),
`0..*` (beliebig oft) (siehe [FHIR Cardinality](https://hl7.org/fhir/R4/conformance-rules.html#cardinality)).

Ein Pflichtelement (`1..1`) unterhalb einer optionalen Gruppe (`0..1`) ist nur dann
anzugeben, wenn die Gruppe vorhanden ist.

Die Kardinalität steht an zwei Stellen:

1. **Im Elementnamen**, z. B. `Nachname [1..1]`.
2. **In der Detailansicht** als „Basis-Kardinalitäten“.

Die Kardinalität im Namen ist die fachlich abgestimmte Angabe. Sie wurde aus den
Ausgangsspezifikationen übernommen, aus denen das Element stammt: KBV-Basis 1.8.0 oder AWS 1.3.0
(Regel siehe [Entstehung und Rationale](entstehung.html)). Weicht die Angabe in der Detailansicht ab,
gilt bei Referenzen die Kardinalität der Verweisstelle (siehe „Referenzen“).

> **Offen (vor Veröffentlichung klären):** Welche der beiden Angaben ist im Konfliktfall
> normativ? Im aktuellen Export haben rund 960 Elemente keine Szenario-Kardinalität, aber eine
> im Namen. Bei Nicht-Referenzen kommen außerdem einzelne Abweichungen vor. Empfehlung: eine
> Quelle als maßgeblich benennen und die andere angleichen.

### Bedingte Kardinalitäten

Einige Elemente haben je nach Situation unterschiedliche Kardinalitäten. Sie sind im Namen
mit `C` gekennzeichnet (`[0..1 C]`). In der Detailansicht steht die Bedingung, zum Beispiel:

```
wenn eine Dauer der Zeitspanne vorhanden ist   → 1..1
sonst                                          → 0..0
```

`0..0` bedeutet: Das Element darf in dieser Situation nicht angegeben werden.

### Konformität

<!-- Der bisherige Text erklärt M/R/O/NP ausführlich. Im aktuellen Modell sind keine
     Konformitäten gesetzt; die Spalte "Konformität" in den Szenario-Tabellen ist leer. -->

Das Informationsmodell verwendet derzeit keine Konformitätskennzeichen (M/R/O/NP).
Verbindlichkeit ergibt sich aus der Kardinalität und den Vorgaben (siehe unten).

> **Offen:** Entweder die leere Spalte „Konformität“ aus den Szenario-Tabellen entfernen oder
> die Konformitäten im Modell pflegen. Dann diesen Abschnitt entsprechend anpassen.

## Vorgaben und Hinweise

Über die Kardinalität hinaus können Elemente textliche Anforderungen tragen:

| Angabe | Verbindlichkeit |
|---|---|
| `MUSS`, `Vorgabe` | verpflichtende Anforderung an die Umsetzung |
| `SOLL` | Empfehlung; Abweichung nur begründet |
| `KANN`, Operationalisierungshinweis | Hinweis bzw. Möglichkeit |
| `Requirement` | aus einer anderen Spezifikation übernommene Anforderung (z. B. ePA-Laborbefund) mit Schlüsselwort und Akteur |

## Tabellen „Szenario: …“

Unter dem Baum steht je Abschnitt eine Tabelle. Sie zeigt dieselben Elemente flach mit
Einrückung, Kardinalität und Datentyp und eignet sich zum Drucken und Durchsuchen.
Die vollständigen Angaben stehen in der Baumansicht.

## Beispiele

<!-- Nur aufnehmen, wenn der Beispielkatalog öffentlich erreichbar ist. -->

Zu vielen Konzepten gibt es fachliche Beispiele. Sie zeigen das Modell mit Werten einer
durchgehenden, fiktiven Fallgeschichte. → [Beispielkatalog](LINK-ERGÄNZEN)