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Der MIO Viewer: Ein Lesegerät für alle

Was bringen die nützlichsten Informationen, wenn man sie nicht lesen kann? Aus diesem Grund gibt es den MIO-Viewer. Er dient dazu, Medizinische Informationsobjekte (MIOs) für Menschen lesbar zu machen. Gemeint sind damit kleine Informationsbausteine, die ein für alle einheitliches Format haben und so den Austausch von Daten erleichtern sollen. Das gilt zum Beispiel im ambulanten Bereich, in Krankenhäusern, Apotheken, Rettungsdiensten, in der Pflege und auch in der Forschung. Besonders für die elektronische Patientenakte (ePA) werden MIOs ein wichtiger Bestandteil sein, da sie sich auf Wunsch des Patienten in die ePA übertragen lassen. Aus der ePA exportierte MIOs kann der Arzt dann mit dem MIO Viewer lesen. Zusätzlich kann er die Datei als PDF exportieren.

Der Einsatz des Viewers ist vor allem sinnvoll, wenn der Arzt noch keine andere Möglichkeit hat, die MIOs sichtbar zu machen – etwa, wenn die Praxisverwaltungssoftware (PVS) des Arztes das noch nicht kann. Nutzen kann den MIO Viewer jeder, der möchte. Es gibt keine Zugangsbeschränkung. Als Webanwendung ist er über jeden gängigen Browser aufrufbar, was auch für mobile Browser gilt. Der Viewer lässt sich also problemlos über einen Laptop, PC, ein Smartphone oder Tablet aufrufen und nutzen. Dafür ist entweder die Adresse mio.kbv.de oder mio-viewer.kbv.de einzugeben. Die Oberfläche der von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegebenen Anwendung ist dabei schlicht und funktional gestaltet. Dokumente lassen sich einfach in den Viewer ziehen, um sie dann zu lesen oder als PDF zu exportieren.

Der Code ist frei verfügbar, die Daten sind sicher

Bei der Entwicklung des Viewers ist darauf geachtet worden, dass er für Software-Hersteller und -Anbieter weiterverwendbar ist. Der Quelltext ist für alle sicht- und nutzbar auf der Plattform GitHub veröffentlicht. So dient der Viewer nicht nur Ärzten, die ihn als Alternative nutzen, falls MIOs aus technischen Gründen mit der gewohnten Praxissoftware noch nicht angezeigt werden können. Er ist vielmehr auch eine kostenlose Hilfestellung für Hersteller. Sie können den Code für ihre eigenen Anwendungen nutzen und weiterentwickeln. Wer also Software entwickelt oder anbieten will, die MIOs verwendet, kann dafür einfach die Funktion und/oder Optik des MIO-Viewers in Verbindung mit dem MIO Parser übernehmen und nach eigenen Wünschen anpassen. Der Parser dient dabei als Programm, das die MIO-Formate JSON und XML umwandelt und Fehler in MIO-Dokumenten offenlegt. Eine Funktion, die Hersteller im Rahmen der elektronischen Patientenakte hinzufügen könnten, wäre zum Beispiel eine automatische Erinnerung an notwendige Impfungen. Diese ließe sich durch eine Weiterentwicklung der MIO Viewer-Basisversion anbieten.

Für die Darstellung einer MIO-Datei in der Webversion des MIO Viewers (mio-viewer.kbv.de) werden die Inhalte nur im lokalen Browser verarbeitet und bleiben somit auf dem Rechner. Es erfolgt keine Übertragung der Inhalte und Daten eines MIOs an externe Server. Die Daten sind damit so sicher wie es auch der Rechner ist.

Bereits jetzt sind mit dem MIO Viewer die Medizinischen Informationsobjekte für das Zahnärztliche Bonusheft und für den Impfpass lesbar. Weitere MIOs werden folgen.

Der Marktplatz für den MIO-Viewer

Den kompletten Source Code des MIO Viewers, den MIO Parser und Beispieldateien kann man sich auf GitHub herunterladen: github.com/kassenaerztliche-bundesvereinigung