Einleitung - Was ist die PKA?
Die elektronische Patientenkurzakte (PKA) ist eine Übersicht über die wichtigsten Gesundheitsinformationen eine:r Versicherten. Sie ist Teil der ePA und soll einer behandelnden Person (egal aus welcher Berufsgruppe) die Möglichkeit geben auch bei unbekannten Patient:innen schnell behandlungsrelevante Informationen zu finden. Dies ist einerseits im Notfallszenario interessant, wenn der:die Patient:in selbst gerade keine Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben kann und auch sonst keine Informationen verfügbar sind. Andererseits ermöglicht es auch im Szenario der Regelversorgung das schnelle Erlangen eines medizinischen Überblicks und die einfache Übernahme der vorhandenen medizinischen Informationen in die eigene Dokumentation.
Im Gegensatz zum eRezept, Laborbefunden in der ePA oder dem dgMP gibt es für die PKA keine analoge Vorlage. Daher gibt es aktuell in der Versorgung keine etablierten Inhalte und Prozesse, die wir (ggf. mit Anpassungen) übernehmen können. Bei der Erarbeitung der PKA kümmern wir uns deswegen nicht nur um die Auswahl der abzubildenden Inhalte, sondern auch um den Versorgungsprozess, in denen unsere PKA in Zukunft hineinpassen muss.
Die Liste an Informationsbausteinen, die potenziell in einer PKA vorkommen sollen/können ist lang. Zu den wichtigsten zählen z.B. Informationen zur Medikation, Vorerkrankungen und Allergien. Aber auch Implantate (z.B. Herzschrittmacher) oder Prozeduren (z.B. kürzlich zurückliegende Bypass-OP, laufende Chemotherapie) können je nach Kontext sehr relevant sein. Inhaltlich orientieren wir uns an den Arbeiten zum NFD sowie zur European Patient Summary. (Details siehe dort).
Diagnosen in der ePA: Warum Struktur allein nicht reicht
Diagnosen gehören zu den zentralen Informationen in der medizinischen Versorgung. Sie sind Grundlage für Therapieentscheidungen, Kommunikation zwischen Leistungserbringenden und die Einschätzung des aktuellen Behandlungsbedarfs. Entsprechend finden sie sich in nahezu allen medizinischen Dokumenten wieder: Im Arztbrief, in Überweisungen, in stationären Entlassberichten, im Notfalldatensatz oder in Abrechnungsunterlagen. Damit sind Diagnosen der Dreh- und Angelpunkt der mediznischen Versorgung.
Auch in der elektronischen Patientenakte (ePA) spielen Diagnosen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig zeigt sich hier besonders deutlich, dass Verfügbarkeit allein keinen Mehrwert schafft. Entscheidend ist nicht, dass Diagnosen vorhanden sind, sondern wie sie dokumentiert, strukturiert und kontextualisiert werden. Wir haben uns mit diesem Projekt befasst und dazu unterschiedliche Fragestellungen aufgearbeitet.