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Allgemeine Bedeutung:

Aktuell dient ein Überleitungsbogen, vergleichbar mit dem Arztbrief, vorrangig den Pflegfachkräften in Verlegungs- oder Entlassungsszenarien von Pflegeempfangenden als Dokument zur Informationsweiterleitung in sämtlichen Pflegesettings (z. B. Krankhaus, Seniorenheim, häusliche Pflege). In bisherigen Überleitungsdokumenten unterscheiden sich die Struktur oder die abgefragten Inhalte zwischen den verschiedenen Einrichtungen deutlich. Dies erschwert den Informationsfluss, in denen ein nahtloses Versorgungsmanagement wichtig ist. 

Zukünftig wird der elektronische Überleitungsbogen als standardisiertes und interoperables Pflegedokument die Vollständigkeit aller notwendigen pflegerelevanten Informationen zur Vermeidung einer lückenhaften Überleitung sicherstellen und diese Informationen für alle pflegerelevanten Settings austausch- und nutzbar machen. Daneben wird gewährleistet, dass die Inhalte der Elemente von Sender und Empfänger gleich verstanden werden. Damit leistet das PIO ÜLB einen sinnvollen Beitrag im Versorgungsalltag.  Neben der Entlastung von professionell Pflegenden ermöglicht der elektronische Überleitungsbogen auch eine sichere sektorenübergreifende Kommunikation und die Steigerung der Versorgungsqualität im Sinne des Pflegeempfangenden11

Bedeutung für Pflegeempfangende:

Für eine stabile und bedarfsgerechte Versorgung Pflegeempfangender beim Wechsel zwischen pflegenden Einrichtungen ist die Kontinuität der pflegefachlichen Versorgung von besonderer Relevanz.  Der elektronische Überleitungsbogen kann mittels Austausch von vollständigen, klar strukturierten Daten eine einrichtungs- und sektorenübergreifende Informationskontinuität gewährleisten und damit die Pflege- / Versorgungsqualität sowie die Sicherheit der Pflegeempfangenden erhöhen und Versorgungsbrüche vermeiden11. Diese Versorgungskontinuität trägt sowohl zur Zufriedenheit und Entlastung der Pflegeempfangenden als auch ihrer An- und Zugehörigen bei und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit.

Bedeutung für Pflegefachkräfte:

Das PIO Überleitungsbogen dient den Pflegefachkräften zur Weitergabe aller pflegerisch relevanten Informationen zum aktuellen Zustand der zu pflegenden Person. Diese Informationen werden digitalisiert und strukturiert zur Verfügung gestellt, sodass über alle Settings hinweg die bisher sehr aufwendige Kommunikation entfällt. Die Interoperabilität der Datenstruktur ermöglicht außerdem eine größtenteils automatisierte Übernahme der Daten aus und in bestehende Pflegesoftwareanwendungen. Die bis dato zeitaufwändige manuelle Eingabe und der damit verbundene bürokratische Mehraufwand entfallen damit ebenso.

Idealerweise kann der Überleitungsbogen im Vorfeld auch z. B. per KIM zugestellt werden, sodass die Pflegefachkraft schon vor dem Eintreffen der zu pflegenden Person etwaige Vorbereitungen treffen kann. Für Pflegefachkräfte in der empfangenden Einrichtung werden Rückfragen oder aufwendige Recherchen deutlich reduziert, sie erhalten einen umfassenden Eindruck der aktuellen Verfassung der zu pflegenden Person und zu pflegefachlich relevanten Aspekten. Außerdem können Fehl- und Desinformation bei Pflegenden deutlich reduziert und damit unabgestimmte Tätigkeiten vermieden werden. Die Resultate sind neben der bereits erwähnten Zeitersparnis vor allem Entlastung, Stressreduktion und eine höhere Arbeitszufriedenheit beruflich Pflegender11.

Bedeutung für andere Gesundheitsberufe:

Zur Pflegeüberleitung zählen sämtliche Interventionen, die den Versorgungsbedarf bei einem Übergang in eine neue Betreuungssituation sicherstellen und Versorgungsbrüche vermeiden. Dafür ist eine gute Kooperation verschiedener, am Versorgungsprozess beteiligter Professionen erforderlich und damit unterschiedlicher Institutionen des Gesundheitswesens vorausgesetzt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass alle am Versorgungsprozess Beteiligten Einsicht in den Überleitungsbogen erhalten, um auch hier die sektorenübergreifende Versorgungskontinuität sicherzustellen und die Kommunikation und die Kooperation untereinander zu verbessern sowie eine ganzheitliche Sicht auf den Pflegeempfangenden zu erlangen.



Stand: Oktober 2021