Jede Diagnose muss mindestens einen Diagnosecode besitzen. Hierbei können die vorgeschlagenen Code-Systeme (ICD, Alpha-ID, SNOMED CT®, ORPHANET) und/oder andere Code-Systeme verwendet werden.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)1...*M
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding

Beziehung: Kopie von Code-Auswahl aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0


2.15.1.1.1 ICD-10-GM-Code

Der ICD-Code ist in Deutschland das abrechnungsrelevante Code-System im ambulanten und stationären Bereich. So wird z. B. bei der Abrechnung nach § 301 und § 295 SGB V die Codierung von Diagnosen mittels ICD-10 GM gesetzlich vorgeschrieben. Im ICD-System ist im Gegensatz zu anderen Code-System eine detaillierte Spezifikation von Diagnosen ohne Umwege möglich: die Einordnung der diagnostizierten Erkrankung als Ätiologie oder Manifestation, die Diagnosesicherheit und die Beschreibung des Schweregrades wie auch der Seitenlokalisation.

Siehe auch https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/

Bei der Benennung und Struktur der ICD Informationselemente haben wir uns an der FHIR®-technischen Umsetzung entsprechend HL7® Deutschland R4 Extension orientiert. Siehe dazu https://simplifier.net/basisprofil-de-r4/~resources?category=Extension

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:ICD-10-GM

Beziehung: Kopie von ICD-10-GM-Code aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0


2.15.1.1.1.1 Diagnosecode

In diesem Element wird der Code für die Diagnose angegeben, inklusive Anzeigename (Display Name) sowie Name und Version des Code-Systems, allerdings ohne ein Mehrfachcodierungskennzeichen (z. B. "*", "†" oder "!"). Diese sind in anderen entsprechenden Elementen abzubilden.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)1...1M
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

Rationale:

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:ICD-10-GM.code

Beziehung: Kopie von Diagnosecode aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code


2.15.1.1.1.2 Codierungskennzeichen

In diesem Element wird ein Codierungskennzeichen (z. B. "*", "†" oder "!") zum Diagnosecode hinzugefügt.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

Rationale:

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:ICD-10-GM.extension:Mehrfachcodierungs-Kennzeichen

Beziehung: Kopie von Codierungskennzeichen aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code

Die nachfolgende Tabelle enthält Codes aus dem ValueSet "MehrfachkodierungsKennzeichen". Diese Codes können an dieser Stelle im Informationsmodell verwendet werden.

Werte

Konzept und Wiedergabename Code Bezeichnung im Codesystem Codesystem Quell-Werteliste
-**MehrfachkodierungsKennzeichen-
-MehrfachkodierungsKennzeichen-
-!!MehrfachkodierungsKennzeichen-
Die verwendeten Codesysteme finden Sie unter: Verwendete Codesysteme, Phase 0.


2.15.1.1.1.3 ICD-Diagnosesicherheit

Die Diagnosesicherheit, d. h. wie sicher die Diagnose im Einzelfall zu werten ist, wird durch ein Zusatzkennzeichen zum ICD-Code angegeben. Für Abrechnungszwecke in der ambulanten Versorgung muss obligatorisch ein Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit (A, G, V oder Z) angegeben werden, d. h. die Angabe ist obligatorisch. In der stationären Versorgung sind diese Zusatzkennzeichen für die Angabe der Diagnosesicherheit für Abrechnungszwecke dagegen nicht zulässig.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

Rationale:

Operationalisierungshinweis:

Bei Angabe der ICD-Diagnosesicherheit ist die zusätzliche Angabe der äquivalenten Werte für clinicalStatus und verificationStatus zwingend. Die Äquivalente sind im HL7®-Leitfaden Basis DE ( https://ig.fhir.de/basisprofile-de/stable/Ressourcen-Condition-ICD-10-GM.html) wie folgt festgelegt:

  • A (ausgeschlossen) => clinicalStatus = leer, verificationStatus="refuted"
  • G (gesicherte Diagnose) => clinicalStatus = "active", verificationStatus="confirmed"
  • V (Verdacht auf/zum Ausschluss von) => clinicalStatus = "active", verificationStatus="provisional" oder "differential"
  • Z (Zustand nach) => clinicalStatus = "resolved", verificationStatus="confirmed"

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:ICD-10-GM.extension:Diagnosesicherheit

Beziehung: Kopie von ICD-Diagnosesicherheit aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code

Die nachfolgende Tabelle enthält Codes aus dem ValueSet "KBV_VS_SFHIR_ICD_DIAGNOSESICHERHEIT". Diese Codes können an dieser Stelle im Informationsmodell verwendet werden.

Werte

Konzept und Wiedergabename Code Bezeichnung im Codesystem Codesystem Quell-Werteliste
-VVerdacht auf/zum Ausschluss von KBV_CS_SFHIR_ICD_DIAGNOSESICHERHEIT-
-Ggesicherte DiagnoseKBV_CS_SFHIR_ICD_DIAGNOSESICHERHEIT-
-AausgeschlossenKBV_CS_SFHIR_ICD_DIAGNOSESICHERHEIT-
-ZZustand nach KBV_CS_SFHIR_ICD_DIAGNOSESICHERHEIT-
Die verwendeten Codesysteme finden Sie unter: Verwendete Codesysteme, Phase 0.


2.15.1.1.1.4 ICD-Seitenlokalisation

Zur Spezifizierung von Diagnoseangaben (ICD-10) dürfen die Zusatzkennzeichen für die Seitigkeit (R, L oder B) angegeben werden, d. h. die Angabe ist freiwillig; dies gilt für die stationäre und die ambulante Versorgung.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

Rationale:

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:ICD-10-GM.extension:Seitenlokalisation

Beziehung: Kopie von ICD-Seitenlokalisation aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code

Die nachfolgende Tabelle enthält Codes aus dem ValueSet "KBV_VS_SFHIR_ICD_SEITENLOKALISATION". Diese Codes können an dieser Stelle im Informationsmodell verwendet werden.

Werte

Konzept und Wiedergabename Code Bezeichnung im Codesystem Codesystem Quell-Werteliste
-RrechtsKBV_CS_SFHIR_ICD_SEITENLOKALISATION-
-LlinksKBV_CS_SFHIR_ICD_SEITENLOKALISATION-
-BbeiderseitsKBV_CS_SFHIR_ICD_SEITENLOKALISATION-
Die verwendeten Codesysteme finden Sie unter: Verwendete Codesysteme, Phase 0.


2.15.1.1.2 ALPHA-ID-Code

In diesem Element wird der Code für die Diagnose angegeben, inklusive Anzeigename (Display Name) sowie Name und Version des Code-Systems. Die Alpha-ID wird seit 2005 vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegeben. Basierend auf dem alphabetischen Verzeichnis der deutschen Modifikation der International Classification of Diseases (ICD-GM) wird jeder Erkrankung eine fortlaufende Alpha-ID zugewiesen. Im Gegensatz zum ICD-Code erlaubt die Alpha-ID eine eindeutige, individuelle und nicht-klassifizierende Identifikation einer Erkrankung. Die Alpha-ID ist kumulativ und stabil, während ICD-Codes Überarbeitungen erfahren.

Siehe auch https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/alpha-id/

Hinweis: Bei Alpha-ID-Codes, die zu postkoordinierten ICD-10-Codes gemappt werden, sollten diese nur einmal bei der Primärdiagnose und nicht mehr bei den Sekundärdiagnosen angeben werden (Stichpunkt: related Conditions in FHIR). In Fällen bei denen eine abweichende Diagnosesicherheit zwischen Primär- und Sekundärdiagnose vorhanden ist muss sichergestellt werden, dass die Diagnosesicherheit der Primärdiagnose zu dem assozierten Alpha-ID-Code passt.

Siehe der Implementierungsguide (IG) der deutschen Basisprofile von HL7

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:alphaId

Beziehung: Kopie von ALPHA-ID-Code aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code


2.15.1.1.3 SNOMED CT®-Code

In diesem Element wird der Code für die Diagnose angegeben, inklusive Anzeigename (Display Name) sowie Name und Version des Code-Systems.

Die Systematische Nomenklatur der Medizin bietet eine umfassende Codiermöglichkeit zu medizinischen Diagnosen, Befunden und Ereignissen. Eine Beschreibung haben wir unter Was ist SNOMED CT®? zusammengestellt. Hier ist ein ValueSet hinterlegt, das alle Children der SNOMED CT®-Konzepte Finding enthält. Dies erlaubt eine umfassende Diagnosecodierung. Hierbei sei erwähnt, dass in der SNOMED CT®-Hierarchie Disorder-Konzepte Children der Finding-Konzepte sind.

Kardinalität und Konformität:

SZENARIOKARDINALITÄTKONFORMITÄT
Daten eintragen (Befundbericht erstellen)0...1O
Die Erläuterungen zu den Konformitäten und Kardinalitäten finden Sie unter: Glossar, Phase 0

intensional-VS:

True

FHIR®-Mapping: KBV_PR_MIO_BB_Condition_Diagnosis.code.coding:snomed

Beziehung: Kopie von SNOMED CT®-Code aus den KBV-Basis-Profilen Version 1.6.0

Wert: Code

Die nachfolgende Tabelle enthält Codes aus dem ValueSet "KBV_VS_Base_Diagnosis_SNOMED_CT". Diese Codes können an dieser Stelle im Informationsmodell verwendet werden.

Bei diesem ValueSet werden sogenannte intensionale Ausdrücke verwendet. Das heißt die Auswahl der Codes erfolgt durch einen Bezugs-Code und einen Operator, der die Art der Beziehung zu diesem Bezugs-Code angibt. Auf eine vollständige Auflistung der sich daraus ergebenen Codes wird aus Gründen der übersichtlicheren Darstellung verzichtet.

Intensionale Ausdrücke

Inklusion/Ausschluss Intensionale Definition Intensionaler Operator Bezugs-Code Bezeichnung im Codesystem Codesystem Quell-ValueSet
InklusionCode und Nachkommen von "Clinical finding (finding)""is-a"404684003Clinical finding (finding)SNOMED Clinical Terms-
InklusionCode und Nachkommen von "Event (event)""is-a"272379006Event (event)SNOMED Clinical Terms-
InklusionCode und Nachkommen von "Situation with explicit context (situation)""is-a"243796009Situation with explicit context (situation)SNOMED Clinical Terms-
Die verwendeten Codesysteme finden Sie unter: Verwendete Codesysteme, Phase 0.





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